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L´Escalier d´Eau
Temporäre Installation, Lausanne

Project Author(s)

100land
Individual Profile
mailSPAMFILTER@100land.de
Berlin
Germany

Project Info

Fertigstellung: 2004
Land: Switzerland
Typ: Built Project
Kategorie: Gardens

Projekttext

Das Vallee du Flon ist ein eigener, neu zu entdeckender Ort, versunken in der umgebenden Stadt. Auf der Plateforme de Sévelin um die Pont Chauderon ist das Tal durch Gebäude, Brücken und Böschungen, wie in einer Reihe von Dämmen partitioniert. Hinter dem Teatre d’Arsenic: eine vernachlässigte Dammböschung, mit ruderalen Gehölzen dicht bestanden, den Blick ins Tal versperrend. Gleichzeitig ein Ort, der noch unfertig ist, ein Ort in Bewegung. Die ehemalige industrielle Nutzung des Valle du Flon hat einer Neubesetzung durch gemischte Einrichtungen stattgegeben. In kleinem Raster vernetzt sich nun die Stadt mit den verschie- denen, kulturellen Einrichtungen Sévelins über steile Rampen und Treppen. Auf der Plateforme de Sevelin existieren verschiedenste Variationen: Formale, improvisierte und dekorative Trep- pen statten den Talraum mit einer eklektischen Mischung von Zugängen aus.

Die Wassertreppe besteht aus vier Containern, die auf die Böschung aufgelegt werden und sich in der Neigung aufeinander stapeln. Sie sind mit Kies und Wasser gefüllt und mit Seerosen be- pflanzt. Der oberste Container ist nur mit Kies befüllt und begehbar. Die geöffneten Tore und eine Stahlplatte, welche den Übergang zur Böschungsoberkante erleichtert, bilden die Pforte zu einem Garten. Dieser ist gleichzeitig ein Bellevue: vom Rand der obersten Treppenstufe hat man einen Blick in den Talraum und auf die darunter liegenden Wasserbecken.

Vom Fuß der Treppe gesehen sind die Container geheimnisvolle Gefäße, deren Inneres man kaum erahnen kann. Oben, am Rand der Böschung befindet man sich in und gleichzeitig über dem Talraum. Von hier erschließt sich das Innere der Container: ein Garten. Die Bepflanzung der Becken mit Seerosen fügt der industriellen Schale der Gartentreppe einen Moment der Verwunderung hinzu. Sie machen die Wassertreppe zu einem blühenden Garten.

Die Böschung selbst wird als unfertiger Ort sich selbst überlassen.

Die Escalier d’Eau ist eine Intervention, die das Thema der Treppe aufnimmt und einen andersartigen Zugang zum Tal in Richtung See ermöglicht. Neben der unterirdisch kanalisierten Flon positioniert und die zugewachsene Böschung mit einer Wassertreppe öffnend, schaffen wir mit einem Moment des Ausblicks die Ahnung eines sich öffnenden Stadtraumes; mit den gestuften Wasserbecken eine gärtnerische Notation des Ortes. Die Wassertreppe inszeniert den Talraum.

Die Installation soll nicht mehr sein als eine temporäre Setzung. Sie nutzt konventionelle Baucontainer als ein Werkzeug der Veränderung. Die für eine Gartensaison zu einer Wassertreppe transformierten Container werden schon in den folgenden Mona- ten wieder in anderen Diensten stehen. Die Treppe ist somit auch eine Interpretation des Vorhandenen. Sie ist keine Einfügung von Fremdem, sondern ermöglicht einen veränderten Blick auf das Vorhandene: Weitere Container in verschiedenen Formen sind am Fuß der Böschung, auf dem Gelände einer privaten Firma gelagert. Die Wassertreppe ist so mit der „working-landscape“ des Ortes verknüpft.

An dieser noch nicht fertig formulierten Böschung, diesem Ort, der noch Baustelle der Stadt ist, nutzen wir den ephemeren Charakter der Container für eine kurzzeitige Wiederbelebung des industriellen Geistes des Ortes.


Projektdaten

2.Preis mit SPAX Architekten, Biel
Wettbewerb 2003
Planung: 2003-2004
Größe: 100m2
Kosten: 25.000 CHF
Phasen: 1-9
Auftraggeber: Association Lausanne Jardins


Location

46.519617 6.63221 lausanne